Wie wirkt L-Arginin auf das Immunsystem?
Die proteinogene Aminosäure Arginin, oder besser dessen L-Struktur, ist an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt. Als Vorstufe des Botenstoffes Stickstoffmonoxid (NO) ist L-Arginin vor allem für seinen Beitrag zur Gefäßgesundheit bekannt. Daneben wirkt sie sich gleich auf zweifache Art positiv auf das zelluläre Immunsystem aus. Zum einen wird die Thymusdrüse stimuliert, zum anderen werden Zellen der Darmschleimhaut gesund gehalten.
Die Thymusdrüse sitzt hinter dem Brustbein und zählt zum lymphatischen System. Sie wird auch als Schule der Immunzellen bezeichnet. Denn dort erfahren die T-Lymphozyten ihre Prägung, d. h. sie lernen, körpereigene von körperfremden Strukturen zu unterscheiden. Eine wesentliche Eigenschaft, um als entscheidender Bestandteil des spezifischen Immunsystems im Kampf gegen schädliche Erreger bestehen zu können.
Eine intakte Darmschleimhaut ist immens wichtig für eine reibungslos funktionierende Immunabwehr, da sich rund 80 Prozent der Abwehrzellen des Immunsystems im Darm befinden. Als Energiesubstrat bestimmter Zellen des Darms und seiner Schleimhaut, dient Arginin deren Gesunderhaltung und damit der Stärkung der Abwehrkraft insgesamt.
Welche Funktionen hat der Baustein Lysin?
In seiner natürlichen L-Form ist Lysin eine sogenannte essenzielle Aminosäure und damit ein wichtiger Eiweißbaustein. Essenziell bedeutet, sie ist zwar überlebenswichtig für den menschlichen Stoffwechsel, der Körper kann sie aber nicht selbst bilden. Sie muss mit der Nahrung aufgenommen oder von außen zugeführt werden.
Da die Aminosäure am Aufbau von Kollagen beteiligt ist und die Zellteilung anregt, kommt Lysin in der Wundheilung eine Bedeutung zu. Bei einem Mangel an Lysin kann es zu einer verringerten Enzymaktivität und einem geschwächten Immunsystem kommen – und das unabhängig vom Alter. Zur Behandlung von Erkältungskrankheiten und viralen Infekten wie etwa Herpes wird Lysin schon lange erfolgreich eingesetzt.
Welche Bedeutung haben die Vitamine A, B12 und C für das Abwehrsystem?
Vitamine sind substanziell für ein starkes Abwehrsystem. Verschiedene Vitamine erfüllen unterschiedliche Funktionen, um ihren Beitrag zu einem normalen Immunsystem zu leisten.
Das fettlösliche Vitamin A etwa ist wichtig für Haut und Schleimhäute. Es trägt zu dessen Erhaltung bei und stärkt so eine erste wichtige anatomische Barriere gegen Krankheitserreger. Weil Vitamin A auch für das Wachstum von B-Lymphozyten und damit der Antikörperbildung unentbehrlich ist, kann es bei einem Mangel zu einer erhöhten Infektionsanfälligkeit kommen.
Das wasserlösliche Vitamin B12 wiederum leistet zusätzlich zur normalen Funktion des Immunsystems einen Beitrag zur normalen Blutbildung. Da es fast ausschließlich in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch und Milchprodukten vorkommt, ist es vor allem für Vegetarier und Veganer schwer, den Bedarf an Vitamin B12 über Lebensmittel zu decken.
Vitamin C ist bereits seit Langem für die Stärkung der Abwehrkraft bekannt. Als wirksames Antioxidans neutralisiert es freie Radikale, die bei einer Immunantwort entstehen, indem es mit ihnen reagiert. Neben dem Schutz der Abwehrzellen, trägt es zur Bildung von Antikörpern bei und fördert die Produktion der weißen Blutkörperchen, den Leukozyten. Diese sind Teil der Immunabwehr, weshalb sie auch als Immunozyten bezeichnet werden.
Welche Spurenelemente tragen zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei?
Die Spurenelemente Eisen, Kupfer und Zink haben einen bedeutenden Einfluss auf notwendige Stoffwechselprozesse und damit auch auf die Funktion des Immunsystems.
Eisen ist Bestandteil zahlreicher Proteinkomplexe und Enzyme. Eine zu geringe Eisenzufuhr führt beispielsweise dazu, dass die sogenannten Fresszellen, die Makrophagen, weniger aktiv sind und der Körper weniger Antikörper bildet. Kupfer erleichtert die Aufnahme von Eisen und leistet damit einen Beitrag zur Blutbildung, der häufig unterschätzt wird. Gleichzeitig ist es an der Immunantwort, also der Reaktion des Immunsystems auf körperfremde Erreger, beteiligt.
Der unentbehrliche Mineralstoff Zink hilft Abwehrzellen dabei, schädliche Angreifer schnell zu finden und effektiv auszuschalten. Da der Körper über keinen großen Zinkspeicher verfügt, ist kontinuierlicher Nachschub essenziell für eine starke Abwehr.